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St.-Nikolaus-Kirche Bisingen

Die St.-Nikolaus-Kirche in Bisingen
Innenraum der St.-Nikolaus-Kirche

St.-Nikolaus-Kirche Bisingen

1786 wurde in Bisingen eine „uralte Kirche“ abgebrochen. Dabei ging eine Steinplatte entzwei, deren Inschrift auf das Alter der Kirche hinwies. Sie besagte, dass im Jahre 1229 Baldebertus und seine Gattin Willibirg dieser Kirche einen Hof bei Mössingen mit der Auflage gegeben haben, dass aus ihm der Talg zur Beleuchtung der Kirche genommen werde. Es ist die früheste Nachricht von einer Kirche in Bisingen.

Die sicher bescheidene, dem heiligen Nikolaus geweihte Kapelle war für fast 600 Jahre Filialkirche für die Bisinger. Sie war eine Stätte dankbarer Gottesverehrung in friedlichen Zeiten und des innigsten Gebets in Zeiten der Not, an denen es in den früheren Jahrhunderten nicht fehlte. Nicht selten läutete auch die einzige Glocke der Kirche  (sie stammte aus dem Jahr 1524 und befand sich bis in die Kriegsjahre 1942/43 in der Friedhofskapelle und musste dann abgeliefert werden, zurück kam sie nicht mehr) Sturm, wenn sich die geplagten Bauern gegen die Obrigkeit erhoben oder wenn sie sich, wie anno 1658, gegen das anrückende Exekutionskommando in ihrer Kirche verschanzten. Eine schreckliche Zeit brachte Dorf und Kirche der Dreißigjährige Krieg, wo sie von Soldaten ruiniert und ausgeplündert wurde, so ein Schriftstück der Pfarrregistratur. 1649 wurde das Kirchlein notdürftig wiederhergestellt, musste 1786 aber doch abgebrochen werden. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Neubau begonnen – es ist der heutige, hintere Teil der Kirche – der 1795 fertig gestellt wurde.

Hundert Jahre später war die Kirche für die aufstrebende Gemeinde zu klein. Um Geld zu sparen – die „Kirchenmäuse“ hatten sowieso kaum finanzielle Mittel – entschied sich die Gemeinde für die Erweiterung. Das Langhaus wurde auf das Doppelte verlängert, ein geräumiger Querflügel angefügt und die Apsis nach Osten vorgeschoben. Das ergab den Grundgriss eines Kreuzes. Ein 29 m hoher Backsteinturm erhielt 1903 eine Turmuhr mit vier Glocken. Am Nikolaustag 1902 wurde die erweiterte Kirche eingeweiht.

Im ersten und im zweiten Weltkrieg mussten die drei kleineren Glocken abgeliefert werden, nur die größte blieb im Turm.

Im Jahre 1921 wurden wieder drei Glocken gegossen und 1950 wurde das Geläut der verbliebenen f-Glocke durch fünf neue zu einem neuen Geläut ergänzt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kirche gründlich überholt. Die Initiative ging von Pfarrer Presser aus, der auch die Bauleitung übernahm. Zunächst wurde der Turm der alten Kirche, der baufällig geworden war, in einen Zwiebelturm umgebaut. Der Aufgang zum hinteren Kirchentor erweitert und ein Vorplatz geschaffen. Die teilweise durch Kriegseinwirkung zerstörten Fenster wurden erneuert.

Im Frühjahr 1971 wurde die Pfarrkirche nach den neuen Konzilsbestimmungen, vor allem im Chorraum, neu gestaltet. Der Hochaltar wurde ausgebaut. Die Kanzel und die beiden Seitenaltäre entfernt. Links wurde die „Bisinger Madonna“ (aus dem Jahre 1440 stammend) gesetzt. Darunter wurden Nikolausfiguren angebracht. Auf der rechten Seite sieht man die „Beweinungsgruppe“.

Im Sommer 1984 wurden Spätschäden des Erdbebens entdeckt, der Kirchplatz wurde neu gestaltet und angelegt. 1986 erfolgte eine weitere Korrektur des Chorraumes.

Im Jahr November 1988 feierte die Pfarrei St. Nikolaus Bisingen Ihr 100jähriges Bestehen. 1865 wurde Bisingen zunächst zur Pfarrkuratie erhoben. Die Freude war groß darüber, endlich einen eigenen Seelsorger in die Gemeinde zu bekommen. Erst 1888 wurde die Kuratie zur Pfarrei „St. Nikolaus“ Bisingen erhoben.

Kategorie:
Katholische Kirchen
Ansprechpartner:
Pfarramt Bisingen
PLZ:
72406
Stadt:
Bisingen
Ortsplan:
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